10.27.09

eine Schweinerei: H1N1 2009

Veröffentlicht in News und Politik tagged , , , , um 11:14 von innertemple

Seit kurzem wird massengeimpft in Deutschland. Zeit, dazu einen Kommentar abzugeben. Noch mehr als die diesjährige Bundestagswahl erzeugt dieses Thema bei mir unerträgliches Grauen – nicht aus Angst vor einer angeblichen Pandemie sondern wegen des Verdachtes, die morbideste Marketing-Kampagne der Geschichte mitzuerleben. Diesen Verdacht begründe ich mit folgenden Punkten:

1) Die Sterblichkeit ist mit 0,01% extrem gering, wesentlich geringer als bei der allwinterlich auftretenden „normalen“ Grippe in all ihren Spielarten. Zum Vergleich: Während in einer „Grippesaison“ in Deutschland mit ca. 10000 Grippetoten gerechnet wird, sind selbst in den USA, mit wesentlich mehr angesteckten Patienten und einer mehrfach größeren Bevölkerung bislang nicht viel mehr als 1000 Patienten an H1N1 verstorben, falls man den offiziell gemeldeten Zahlen vertrauen darf. Die beiden bisherigen deutschen Todesopfer waren übrigens ein 5jähriger Junge mit erheblichen Vorerkrankungen und eine 18okg schwere Diabetikerin, also beides Fälle mit weit weniger Abwehrmöglichkeiten und Kraftreserven als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Weil damit kein Pandemie zu machen ist, wurde deren Definition von der WHO schon im Mai zur Anpassung empfohlen wurden (so Wikipedia).

2) Die Begründung, dass man trotz des weitgehend milden Verlaufes eine Pandemie ausrufen musste, da eine Art der auch für die Spanische Grippe verantwortlichen H1N1-Viren Aulöser der Schweinegrippe sind, ist albern, da die H1N1ler jedes Jahr an den Grippe-Wellen beteiligt sind. Dies kann man ebenfalls auf Wikipedia nachlesen:
Wikipedia-Artikel zur H1N1 „Pandemie“

3) Dass die größten Warner auf der Gehaltsliste der Pharmaindustrie stehen, spricht auch nicht gerade für die Notwendigkeit einer Impfung.

4) Erschreckend viele Mediziner-Funktionäre sprechen sich mit deutlichen Worten gegen die Massenimpfung mit dem in Deutschland für das Fußvolk verwendeten Impfstoff Pandemrix von GlaxoSmithKline aus, so der Vizepräsident der Bundesärztekammer, der Präsident des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte oder der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Ein schöner Beitrag eines Arztes zu diesem Thema findet sich auf den NachDenkSeiten.

5) Die Verwendung eines Wirkverstärkers im Massenimpfstoff Pandemrix ist ohne längere Vorstudien de facto ein Live-Test an Millionen Deutschen. Vorsorglich hat die Bundesregierung dem Hersteller GlaxoSmithKline sogar Haftungsfreistellung für auftretende Impfkomplikationen garantiert. Leichter kann man sein Geld eigentlich nicht verdienen – ethisch weniger fragwürdig allerdings fast immer.

6) Dass für ausgewählte Gruppen (Spitzenbeamte, besondere Funktionsträger) ein Impfstoff ohne Adjuvans bestellt wurde, macht natürlich ebenfalls mistrauisch und die Begründung, dass dieser ja schon weit früher und daher in nur geringer Menge bestellt wurde, erklärt ja überhaupt nichts: Die USA mit einer mehrfach größeren Bevölkerung verzichten dennoch auf Impfung mit Adjuvans-haltigem Impfstoff.

7) Dass sogar die Impfkommision (Stiko) ist wieder zurückrudert und die Impfung für Schwangere und Kinder unter 3 Jahren mangels gesicherter Studien nun doch nicht empfiehlt, zeigt einmal mehr das Unsicherheitspotential der ganzen Aktion, insbesondere, da diese beiden Bevölkerungsgruppen als besonders gefährdet gelten.

Seinen Reim kann sich da wohl jeder selbst drauf machen. Impfen lassen werde ich mich sicher nicht.

11.18.08

Barings Bank reloaded? – Die Lehren aus dem Zusammenbruch einer Bank

Veröffentlicht in News und Politik tagged , , , , , um 10:41 von innertemple

Wer schon ein paar Jahre älter ist, erinnert sich vielleicht an Nick Leeson und seinen Arbeitgeber, die Barings Bank: Bis 1995 das nobelste Geldhaus des Vereinigten Königreiches, musste die traditionsreiche Bank quasi über Nacht Insolvenz anmelden, als ihr Angestellter Nick Leeson sich heftig und unter Umgehung der Aufsichtsgremien verspekulierte (es ging um die damals astronomische Summe von 1,4 Milliarden USD). Die Folge: enormer Druck auf das Britische Pfund, eine fast einjährige Devisenkrise und 6,5 Jahre Haft für Leeson

13 Jahre später verspekulieren sich offensichtlich fast alle Finanzinstitute der Welt und machen Verluste, die allein in Deutschland zu einer Staatsbürgschaft von 500 Milliarden EUR führen. Die Folgen für die Realwirtschaft sind noch gar nicht absehbar, doch neben der ungeheuren Steigerung der verlorenen Geldsumme ist noch ein weiterer Unterschied zu Barings offenkundig:

Während Leeson persönlich mit Gefängnis für die Folgen seines Tuns zur Verantwortung gezogen wurde, verzichten heute höchstens einige Bankvorstände freiwillig auf ihren Bonus, andere, besonders die Chefs der völlig bankrotten amerikanischen Häuser, haben sich vor ihrem Abgang noch mal so richtig bedient, zweistellige Millionenabfindungen waren keine Seltenheit. Nimmt man an, dass ein Opel-Facharbeiter im Monat 4000 EUR kostet, könnten von einer 10 Millionen-Abfindung 2500 Facharbeiter einen Monat lang einschließlich aller Sozialabgaben bezahlt werden – und die 2500 würden für das Geld sogar arbeiten.

Offensichtlich hat die Bankenwelt aus dem Fall Barings gelernt: Alle Verantwortlichen waren so abgesichert, dass auf keinen Fall sie, sondern nur Ihre Angestellten oder alle Steuerzahler für ihre Inkompetenz büßen müssen:

Gier ohne Risiko – das Motto des neuen Jahrtausends!

11.11.08

Die Helden sind zurück!

Veröffentlicht in My Life, News und Politik tagged , , um 10:21 von innertemple

15000 von Ihnen waren zu sehen auf Deutschlands Straßen. 15000, die Mut bewiesen haben, 15000 die Ihre Meinung öffentlich gezeigt und ihr Gesicht nicht verborgen haben. 15000 die gegen CASTOR, gegen Atomenergie und für eine sichere Zukunft auf die Straße gingen!

Für mich ist dies eines der besten Zeichen der letzten Jahre, das zeigt, dass Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und die Liebe zu unserer Heimat tiefer in uns allen verwurzelt sind, als ich je gehofft hatte.

Danke an jeden Einzelnen, der friedlich gegen eine Energienutzung protestiert hat, die von mindesten drei Vierteln der Bevölkerung lieber gestern als heute in den Lokus gejagt würde.

Und pfui Spinne für jeden, der diesen wichtigen Protest durch Gewalt in Misskredit zu bringen versucht! Niemand nützt der Atomlobby mehr als gewaltbereite Chaoten!

10.20.08

Der Sinn und das Grüne Paradoxon – Ein Kommentar

Veröffentlicht in News und Politik tagged , , , , um 10:39 von innertemple

Mal wieder was Politisches, weil es einfach sein muss:

Der umtriebige Ökonom Hans-Werner Sinn, seines Zeichens Volkswirt und Präsident des ifo-institutes in München, hat ein neues Buch geschrieben – über das, was er als „Grünes Paradoxon“ bezeichnet.

Das Buch wurde letzte Nacht reichlich banal im Rahmen eines Interviews mit Sinn vorgestellt. Die Hauptthese: Grüne CO2-Vermeidungspolitik durch Förderung von Wind- und Solarenergie führt zum Gegenteil des Erwünschten – Verlangsamung des CO2-Rückgangs.

Wie das? Sinn behauptet, durch den Handel mit Emissionszertifikaten in der EU würde die CO2-Belastung schrittweise reduziert. Eine nationale Förderung von CO2-vermeidenden Technologien in Deutschland führe jedoch dazu, dass in Deutschland weniger CO2-Zertifikate nachgefragt würden, deren Preis damit sinke, so dass sich andere europäische Länder günstiger mit dem Recht, reichlich CO2 ausstoßen zu dürfen, eindecken könnten und dies auch täten und damit mehr CO2 ausstoßen könnten als sie es sonst – mit einer geringeren Menge an Zertifikaten – hätten tun können.

Somit sei eine rein nationale Politik der Förderung umweltfreundlicher Energierzeugung zum Scheitern verurteilt.

Auf die vorsichtige Frage des Interviewers hin, was denn mit den außereuropäischen Protagonisten sei (USA und China beispielsweise), die ja nicht an den Zertifikatehandel gebunden seien, meinte Sinn, nur wenn diese ebenfalls mitmachten, könne der Zertifikatenhandel letztendlich funktionieren. Aber diese Chance sehe er eher als gering an. Aber da der Zertifikatehandel der „Königsweg“ sei, müsse man diese Lösung unbedingt versuchen.

Fazit: Es soll also besser sein, keine klimafreundlichen Technologien zu fördern und damit deren Entwicklung voranzubringen, sondern im Gegenteil soll man auf einen weltweiten Zertifikatehandel hoffen, der von Sinn selbst als unwahrscheinlich bezeichnet wird, aber letztendlich wozu führen wird? Richtig! Dazu, dass man CO2-vermindernde Technologien entwickelt, die durch die ständig steigenden Zertifikatpreise dann immer mehr nachgefragt werden. Warum es da schlecht sein soll, Deutschland schon jetzt in eine Marktführerschaft zu fördern und vorzumachen, wie ein hochtechnologisiertes Land mit einfachen Mitteln CO2 reduzieren kann, übersteigt meine Vorstellungskraft. Sollte dies im Rahmen des europäischen Zertifikatehandels jedoch wirklich kontraproduktiv seien, dann kann die Lösung nur heißen: Zertifikatehandel abschaffen und umso mehr alternative Energien fördern.

Sinn erscheint hier als reiner Dampfplauderer der den ewig Gestrigen wohlfeile Argumente an die Hand schreibt, warum bloß nichts zu ändern und Grüne Politik grundsätzlich wirtschaftlich naiv sei.

Aber Sinn hat zum Finanzrettungspaket der Koalition ja auch nur zu bemerken gehabt, das kein Vorstandsvorsitzender für seine Bank Hilfe beantragen werde, weil keiner der Herren bereit sei, Einkommenseinbußen hinzunehmen. Schwupps, schon hatte gestern die BayernLB Hilfe beantragt. Auf die wirkliche Problematik des Hilfsfonds, dass der Bund den Banken die faulen Kredite abkauft, statt gegen Hilfe Mitbestimmung im umfassenden Sinne zu fordern, wie es überall sonst geschieht (sogar in den Kapitalismushochburgen USA und UK), ist der Superökonom Sinn natürlich lieber nicht eingegangen. Hoffen kann man nur, dass ihm dies einfach nur nicht bewusst gewesen ist, ebenso wie die ökonomische Unlogik eines nicht etablierten Zertifikathandels, alles andere wäre ja schon fast eine Verschwörungstheorie…

08.09.08

…und DANKE! für den Fisch

Veröffentlicht in News und Politik tagged , , , um 4:07 von innertemple

So, die Pause war lang! Das soll sich künftig wieder ändern. Versprochen! Aber immerhin werde ich ja auch Vater :-) Und da gibt es ganz schön viel zu tun. Dazu aber ein ander Mal.
Heute soll es um ganz anderes Thema gehen: den Fisch.

Zumindest den im Supermarkt. Da gibt es leckere Sorten: Pangasius aus dem Indischen Ozean, besonderen Kabeljau aus dem Kaspischen Meer, Lachs aus dem Südpazifik, Thunfischsteaks irgendwo aus der Region zwischen Vanuatu und Kiribati und – moment mal!

Hering? Kabeljau aus der Nordsee? Einen Klipper? Irgendwelche normalen europäischen Fische, die nicht aus Aqua-Kulturen sind?

Nix da! Gibt’s nicht – oder fast nicht. Und warum? Weil die etwa stinken, zu gewöhnlich sind oder nicht zu den aktuellen Rezeptideen von Johann Lafer passen? Nein! Selbst im Fürther Marktkauf, sicher nicht die erste Adresse für Schnösel-Singles entbietet die Kühltheke das gleiche Bild: exotische Fülle, heimische Leere und die Regenbogenforelle ist doppelt so teuer wie irgendein Weißfisch aus dem Westatlantik.

Die brutale Realität ist: der Fisch ist weg. Gegessen, Leergefischt. Totverfüttert. Zugedüngt. Wegvergiftet.

Leider kein Happy End, in dem Matjeses und Kabeljaus gemeinsam mit den Herings die Auswanderung genau geplant und dann heimlich in einer Kommandoaktion durchgeführt hätten, nur einen kleine Nachricht an die Menschheit zurücklassend: „Wir sind den Delphinen gefolgt!“

Leider haben wir das den Delphinen nicht gegönnt.

Was die Moral ist, weiß ich nicht, aber als ich heute Fisch kaufen wollte, bin ich ein Weilchen sehr traurig vor der Tiefkühtruhe gestanden.