01.12.09

Was ist eigentlich „meine Zeit“ ? – eine Alterungserscheinung

Veröffentlicht in My Life tagged , , um 11:10 von innertemple

Kennt Ihr das auch: Wenn jemand sagt: „Zu meiner Zeit war das so und so..“? Zu meiner Zeit haben wir das noch per Hand gemacht“ oder „Wir sind dann immer erst ab 2200h weggegangen“, so als wäre damit schon lange Schluss, was meistens wohl auch stimmt.

In jedem Fall klingt das dann immer so, als sei diese Zeit dann auch schon vorbei und derjenige eben schon außerhalb seiner Zeit angekommen, also irgendwie nach seinem Haltbarkeitsdatum immer noch unterwegs. Was dem Sprecher vielleicht auch das Recht abspricht, kompetent über irgendetwas zu urteilen, denn abgelaufene Joghurts isst man besser auch nicht mehr…

Immer bezieht sich „meine Zeit“ auf Phasen, in denen man selbst stärker geprägt wurde als man selber der Zeit seinen Stempel aufdrückte.

Dabei ist das Gegenteil davon wirklich „meine Zeit“: Jetzt, nach den Teenie-Tagen, mit Kind, Job, Plänen und dabei, meine Welt so zu gestalten, wie ich sie mir am schönsten vorstelle.

Wann kann man mehr in seiner Zeit leben?

12.01.08

Zweiraumwohnung mit Sättigungsbeilage – Living in the Far East

Veröffentlicht in My Life tagged , , , , , um 11:19 von innertemple

Im Osten unserer Republik, vulgo Mitteldeutschland, erblickt man auf traditionellen Speisekarten Ungewohntes: die Sättigungsbeilage.

Da stellen sich natürlich sofort Fragen wie: Kann eine Sättigungsbeilage auch klein ausfallen? Oder kann man eine Sättigungsbeilage noch solcherhand benennen, wenn sie einfach nicht satt macht? Oder ist das dann die Hungerbeilage? Und gibt es eigentlich auch eine Geschmacksbeilage? Oder ist das Fleisch dann hauptsächlich Geschmack und weniger Muskelfaser?

Fragen, auf die die gastronomischen Produkte bislang eine Antwort schuldig geblieben sind.

Sucht man dann beim Essen in Wohnungsannoncen nach einer neuen Bleibe, findet man den zweiten Klassiker: Die Zweiraumwohnung, zusammen mit Ihren größeren und kleineren Geschwistern natürlich. Zimmer-Wohnungen gibt es nicht.

Als Wessi habe ich das genaue Konzept nie verstanden: Für mich sind Räume alle Räume einer Wohnung, Zimmer aber die eigentlich zum Wohnen gedachten Bestandteile. Dementsprechend wäre eine Zweizimmerwohnung mit Bad und Küche dann eine Vierraumwohnung, und dass ohne Flur. Die Abstellkammer kann man dann zur Not als Sättigungsbeilage betrachten und weniger als das Salz in der Suppe.

Bevor jetzt jemand das hier Geschriebene geschmacklos findet: Angerichtet wurde mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern und nur einem Körnchen Wahrheit – und das nächste Mal gibt’s am besten einfach Broiler.

11.11.08

Die Helden sind zurück!

Veröffentlicht in My Life, News und Politik tagged , , um 10:21 von innertemple

15000 von Ihnen waren zu sehen auf Deutschlands Straßen. 15000, die Mut bewiesen haben, 15000 die Ihre Meinung öffentlich gezeigt und ihr Gesicht nicht verborgen haben. 15000 die gegen CASTOR, gegen Atomenergie und für eine sichere Zukunft auf die Straße gingen!

Für mich ist dies eines der besten Zeichen der letzten Jahre, das zeigt, dass Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und die Liebe zu unserer Heimat tiefer in uns allen verwurzelt sind, als ich je gehofft hatte.

Danke an jeden Einzelnen, der friedlich gegen eine Energienutzung protestiert hat, die von mindesten drei Vierteln der Bevölkerung lieber gestern als heute in den Lokus gejagt würde.

Und pfui Spinne für jeden, der diesen wichtigen Protest durch Gewalt in Misskredit zu bringen versucht! Niemand nützt der Atomlobby mehr als gewaltbereite Chaoten!

10.20.08

Das Ende des Konjunktivs

Veröffentlicht in My Life tagged , , um 10:15 von innertemple

Babys ist es egal ob man etwas essen könnte. Babys haben Hunger. Da zählt nur Essen oder nicht Essen. Von der Möglichkeit zu Essen wird kein Baby satt, nur vom Essen selbst.

Das ist meine erste große Erkenntnis als frischgebackener Vater. Klingt unglaublich banal ist aber genau das Gegenteil der Schulzeit udn des Studiums. Da lebt man von Möglichkeiten, von Ideen ud Perspektiven. Ein Baby aber lebt von Nahrung. Ein Student natürlich auch, aber von mir selber weiß cih, wie sehr einen Zukunftspläne, Ideen, Vorstellungen auf Trab halten können. So einem kleine Kerlchen hingegen ist das völlig schnuppe.

Hauptsache, Essen, Schlaf und Temperatur stimen genau jetzt, dann bin ich genau jetzt zufrieden. Es geht also doch: Schwarz oder Weiß, das Ende aller Grautöne, die Rückbesinnung auf das wirklich Wesentliche oder auch einfach pure Bedürfnisbefriedigung, hauptsache es GESCHIEHT!

Und auch wenn das Leben als erwachsener Berufstätiger ungeich vielschichtiger ist als das Leben eines Neugeborenen, so ist meine grundsätzliche Erkenntnis dennoch: Was letzten Endes wirklich zählt sind zwei Dinge: das Ergebnis und der Moment.

Beides kann in unendlichen Schattierungen auftreten, aber ein Ergebnis, das hätte sein können bleibt letztlich irrelevant, weil man es nicht erreicht, hat, nicht gelebt hat, nicht für einen Moment zur Existenz gebracht hat und es deswegen keinen Platz im eigenen Leben bekommen hat – bis jetzt.

Ändern lässt sich sowas dauernd, aber nur, wenn man es tut!

08.27.08

Wenn die Wäscheleine spricht

Veröffentlicht in My Life tagged , , um 11:20 von innertemple

Stell Dir vor, Du hängst Wäsche auf, und statt den üblichen dunklen oder weißen Farben, den schicken Hemden, grauen ud schwarzen Socken hängen überall bunte Oberteile mit Tierapplikationen, Ringelsöckchen, quietschfröhliche Strumpfhosen, und lustige Mützchen.

Als den Anblick heute gesehen habe ist mir so klar wie noch nie geworden, dass ich bald Vater werde, dass sich mein Leben ändert und dass es saucool ist ;-)

Kein Buch, kein Foto, keine Besuche von Eltern mit Kindern haben mir das so klar gemacht, wie meine Wäscheleine.

Aber ich glaube, wirkliche Sorgen werde ich mir erst machen, wenn die Klobrille anfängt, zu mir zu sprechen.

07.25.07

Heimaturlaub – Katie Melua in Dresden

Veröffentlicht in My Life um 12:23 von innertemple

Zur Abwechsung mal was aus Deutschland.

Am Samstag war Katie Melua in Dresden. Ich auch. Als wir zum Konzertgelände kamen war dort erstmal eine Schlange wie ich sie bei Konzerten noch nicht erlebt habe. Als wir endlich drinnen waren spielte schon die Vorgruppe. Die war ganz nett, aber sonst auch nichtssagend.

Ganz anders der Star des Abends. Sowas habe ich noch bei keinem Konzert erlebt. Bis auf das erste Lied war sie durchwegs noch besser als auf CD. Eine ungaublich klare, trompetenhafte Livestimme, so durchdringend, dass sie fast noch neben der Verstärkung direkt von der Bühne zu hören war. Und ihre Stimmmodulationen waren wirklich ganz großes Kino. Außerdem waren die Live-Arrangements so abwechslungsreich und anders als die Konservenversionen dass sich die knapp 50 Euro pro Karte wirklich gelohnt haben.

Und als dann auch noch während des Konzerts hinter der Altstadtkulisse mit Frauenkirche und Brühlscher Terrasse ein Feuerwerk losging, war der Zauber perfekt.

Sowohl mit Band als auch gelegentlich ganz allein nur mit ihrer Gitarre hat mich die kleine Georgierin unendlich in ihren Bann geschlagen. Und auch die unglaubliche Menge an Zaungästen auf der Carolabrücke schien immer weiter zu wachsen.

zum Abschluss noch mein absoluter Liebling:

The Spiders Web:

als live-Version
im französischen Fernsehen

und der Text:
If a black man is racist, is it okay
If it’s the white man’s racism that made him that way
Cause the bully’s the victim they say
By some sense they’re all the same
Cause the line between
Wrong and right
Is the width of a thread
From a spider’s web
The piano keys are black and white
But they sound like a million colours in your mind

I could tell you to go to war
Or I could march for peace and fighting no more
How do I know which is right
And I hope he does when he sends you to fight
Cause the line between wrong and right
Is the width of a thread from a spider’s web
The piano keys are black and white
But they sound like a million colours in your mind
Should we act on a blame
Or should we chase the moments away

Should we live
Should we give
Remember forever the guns and the feathers in time
Cause the line between wrong and right
Is the width of a thread from a spider’s web
The piano keys are black and white
But they sound like a million colours in your mind

The piano keys are black and white
But they sound like a million colours in your mind
But they sound like a million colours in your mind

und mein neues Lieblingszitat noch dazu: feeling 22, acting 17. Wo ist da der Unterschied frage ich (33) mich ;-)

05.17.07

So reist man heute

Veröffentlicht in My Life um 12:46 von innertemple

Es ist ja alles so einfach: Einfach ein Flugticket im Netz buchen, dann noch den passenden Zug zum Flughafen und los geht’s!

Denkste!

Erster Versuch: Nach Hause im letzten November. Zug kommt pünktlich, Flug läuft wie geschmiert und dann: Auto der Freundin gibt den Geist auf, zum Glück gibts aber Freunde, die ihres leihen, dann muss man nur noch an ein paar brennenden Autos auf der Autobahn vorbei und schon ist man zuhause.

Zweiter Versuch: Gegenbesuch zu Weihnachten. Das Fest der Liebe und Besinnlichkeit, die stade Zeit – und natürlich: Nebel in England. Sowas gibt es dort ja öfter, denkt man. Stimmt auch. Deswegen fallen auch öfter mal die Flüge aus. Ich stehe also gerade schon in Stansted, da wird der Flug gestrichen. Neue kaufen kann man erst ab einer Woche danach, also ab ersten Januar und das will ja wohl kein Mensch. Die Lösung: Neuen Flug nach Glasgow buchen, denn wir wollen über Weihnachten sowieso nach Schottland. Den Urlaub beginnen wir einfach einen Tag früher, das Hotel freut sich und los kanns gehen!? Natürlich nicht. Auf dem Rückweg klappert mein Auto immer lauter, schleppt sich noch bis York, aber für die restlichen geschätzten 1000km reicht es nicht mehr. Also am nächsten Morgen erst AA (den ADAC in England) holen, dann doch in die Werkstatt und noch schnell einen Mietwagen gesucht und ab nach Glasgow. Dann lassen wir die Meilen mal km/h sein und dann klappts auch pünktlich anzukommen. Prima! Und in Schottland stört sich sowieso keiner am Nebel… Und Weinachten auf der Isle of Skye ist unbeschreiblich schön ;-)

Dritter Versuch : Besuch im Januar. Nebel gibt es gerade keinen, dafür stehen die Zeichen auf Sturm. Mein Besuch landet in Liverpool, aber alle Züge nach York sind wegen eines Orkans ausgefallen, die Busse haben ca. 5h Verspätung, die Autobahn ist verstopft, also fahr ich am nächsten Tag nach Liverpool und York bleibt unbesucht…

Vierter Versuch: Nach Hause im Februar. Was könnte noch fehlen: Richtig: Schnee! Endlich mal! eine ganz dünne Puderschicht, schätzungsweise 0,5mm. Zum Glück geht mein Flug erst abends, denn am Morgen sind alle Londoner Flughäfen lahmgelegt. Stansted öfnet gegen 11h wieder. Diesmal kommt dann der Zug zu spät, aus Schottland und nicht wegen dem Schnee sondern wegen Signalproblemen in der Nähe von Edinburgh. Die läppische Stunde Verspätung macht auch nix, schließlich gibt es den Anschlusszug ja auch stündlich. Diesmal aber doch nicht! Wegen dem Schnee im Süden. Der ist zwar schon wieder getaut, aber getaut ist noch lang nicht getraut, daher wird der gesamte Bahnverkehr umgelenkt, und ich würde erst 20min vor Abflug am Flughafen ankommen. Was ist zu tun: 100 Pfund für eine gute Stunde Taxifahrt zahlen, rechtzeitig einchecken und dann feststellen, das sich der Abflug um ca. 1,5h verzögert, wegen, genau, wegen erneutem Nebel! Aber dann bin ich doch noch nach Hause gekommen…

Das war schon alles? Natürlich nicht!

Nummer fünf: Wieder ein Heimatbesuch, diesmal im März. Deswegen auch kein Nebel, kein Schnee, kein gar nix. Nicht mal ein Zug, wegen, genau, wegen Signalproblemen in Edinburgh. Aber diesmal bin ich vorbereitet und habe eine Stunde extra dazugegeben. den Anschlusszug verpasse ich zwar, aber der nächste kommt tatsächlich eine Stunde später, bringt mich zum Flughafen und alles wird gut. Nur eine „slight inconvenience“, wie die Zugbegleiter gerne sagen, verbunden mit einem „sorry“.

Numer sechs war ein Erfolg: Konferenz in Italien. Flug nach Mailand und von dort mit zweimal umsteigen nach Trento. Zweimal umsteigen? Das sind ja drei Züge auf einmal! Genau! Und das Italien mit jeweils 15-20mi Zeit zum Umsteigen… Ich war schon richtig gespannt! Als erstes stelle ich fest: Hier sind die Zugtickets ganz schön günstig. Dafür hatte gleich der erste Bummelzug 15min Verspätung und ich zum Glück 20min zum Umsteigen, dachte ich. Auf dem Weg nach Brescia verliert das gute Stück aber noch weitere 15min und nicht nur ich sondern sogar die gesammlten Italiener werden unruhig. In Brescia hasten viele mit mir zum Anschlusszug, un der hat, natürlich, Verspätung. Große Freude allerseits und eine Kaffee bevor es weitergeht. Der IC ist total überfüllt, ich sitze neben einem alten Italiener, der mir stolz auf Deutsch erzählt dass er sieben Sprachen aber kein Englisch spricht, und mit ca. 20min Verspätung geht’s in das nächste Umsteige-Chaos. Aber natürlich bin ich in Italien, und natürlich hat auch mein nächster Zug Verspätung. Deswegen erwische ich den ganz bequem und auf der Strecke holt er die gesamte Verspätung auf, und ich komme pünktlich in Trento an. Una miraculo!

Nummer sieben: Ein Kruztripp in die Ägäis. Völlig langweilig. Olimpic fliegt superpünktlich, verliert kein Gramm meines Transfergepäcks, nur die englischen Züge kommen wieder alle zu spät, natürlich wegen Signalproblemen bei Edinburgh. Mittlerweile habe ich das ja aber standardmäßig mit einer Stunde einkalkuliert, und dann kommt ein vorher verspäteter Zug auch noch genau zu meiner Abfahrtszeit, ich steige einfach ein, finde sogar einen Sitzplatz und unterhalte mich prima mit einer amerikanischen Filmkritikerin.

Von meinen Reiseproblemen habe ich ihr aber nichts erzählt. Wahrscheinlich hätte sie sowieso gedacht, sowas gibt es nur in wirklich schlechten Drehbüchern. Allerdings habe ich mich auch gefühlt wie im falschen Film. Aber auf die Fortsetzung bin ich trotzdem gespannt…

03.11.07

Es ist ein blog, Maria!

Veröffentlicht in My Life um 1:52 von innertemple

Ein Uhr neunundvierzig Greenwich Main Time und ein neuer blog hat das Licht der Welt erblickt. Durch das Zimmer des Bloggers weht noch der eisige Hauch trocknender Wäsche und von draußen dringt das Pöbeln wilder Briten herein. Denn der Blogger sitz in England und freut sich, mal wieder was Deutsches von sich zu geben. Aber weil er hundemüde und der Darjeeling alle ist, geht er jetzt erstmal nickern, bevor er seine Geschichten auf die Welt loslässt… Gute Nacht Welt!