12.01.08
Zweiraumwohnung mit Sättigungsbeilage – Living in the Far East
Im Osten unserer Republik, vulgo Mitteldeutschland, erblickt man auf traditionellen Speisekarten Ungewohntes: die Sättigungsbeilage.
Da stellen sich natürlich sofort Fragen wie: Kann eine Sättigungsbeilage auch klein ausfallen? Oder kann man eine Sättigungsbeilage noch solcherhand benennen, wenn sie einfach nicht satt macht? Oder ist das dann die Hungerbeilage? Und gibt es eigentlich auch eine Geschmacksbeilage? Oder ist das Fleisch dann hauptsächlich Geschmack und weniger Muskelfaser?
Fragen, auf die die gastronomischen Produkte bislang eine Antwort schuldig geblieben sind.
Sucht man dann beim Essen in Wohnungsannoncen nach einer neuen Bleibe, findet man den zweiten Klassiker: Die Zweiraumwohnung, zusammen mit Ihren größeren und kleineren Geschwistern natürlich. Zimmer-Wohnungen gibt es nicht.
Als Wessi habe ich das genaue Konzept nie verstanden: Für mich sind Räume alle Räume einer Wohnung, Zimmer aber die eigentlich zum Wohnen gedachten Bestandteile. Dementsprechend wäre eine Zweizimmerwohnung mit Bad und Küche dann eine Vierraumwohnung, und dass ohne Flur. Die Abstellkammer kann man dann zur Not als Sättigungsbeilage betrachten und weniger als das Salz in der Suppe.
Bevor jetzt jemand das hier Geschriebene geschmacklos findet: Angerichtet wurde mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern und nur einem Körnchen Wahrheit – und das nächste Mal gibt’s am besten einfach Broiler.