10.20.08
Der Sinn und das Grüne Paradoxon – Ein Kommentar
Mal wieder was Politisches, weil es einfach sein muss:
Der umtriebige Ökonom Hans-Werner Sinn, seines Zeichens Volkswirt und Präsident des ifo-institutes in München, hat ein neues Buch geschrieben – über das, was er als „Grünes Paradoxon“ bezeichnet.
Das Buch wurde letzte Nacht reichlich banal im Rahmen eines Interviews mit Sinn vorgestellt. Die Hauptthese: Grüne CO2-Vermeidungspolitik durch Förderung von Wind- und Solarenergie führt zum Gegenteil des Erwünschten – Verlangsamung des CO2-Rückgangs.
Wie das? Sinn behauptet, durch den Handel mit Emissionszertifikaten in der EU würde die CO2-Belastung schrittweise reduziert. Eine nationale Förderung von CO2-vermeidenden Technologien in Deutschland führe jedoch dazu, dass in Deutschland weniger CO2-Zertifikate nachgefragt würden, deren Preis damit sinke, so dass sich andere europäische Länder günstiger mit dem Recht, reichlich CO2 ausstoßen zu dürfen, eindecken könnten und dies auch täten und damit mehr CO2 ausstoßen könnten als sie es sonst – mit einer geringeren Menge an Zertifikaten – hätten tun können.
Somit sei eine rein nationale Politik der Förderung umweltfreundlicher Energierzeugung zum Scheitern verurteilt.
Auf die vorsichtige Frage des Interviewers hin, was denn mit den außereuropäischen Protagonisten sei (USA und China beispielsweise), die ja nicht an den Zertifikatehandel gebunden seien, meinte Sinn, nur wenn diese ebenfalls mitmachten, könne der Zertifikatenhandel letztendlich funktionieren. Aber diese Chance sehe er eher als gering an. Aber da der Zertifikatehandel der „Königsweg“ sei, müsse man diese Lösung unbedingt versuchen.
Fazit: Es soll also besser sein, keine klimafreundlichen Technologien zu fördern und damit deren Entwicklung voranzubringen, sondern im Gegenteil soll man auf einen weltweiten Zertifikatehandel hoffen, der von Sinn selbst als unwahrscheinlich bezeichnet wird, aber letztendlich wozu führen wird? Richtig! Dazu, dass man CO2-vermindernde Technologien entwickelt, die durch die ständig steigenden Zertifikatpreise dann immer mehr nachgefragt werden. Warum es da schlecht sein soll, Deutschland schon jetzt in eine Marktführerschaft zu fördern und vorzumachen, wie ein hochtechnologisiertes Land mit einfachen Mitteln CO2 reduzieren kann, übersteigt meine Vorstellungskraft. Sollte dies im Rahmen des europäischen Zertifikatehandels jedoch wirklich kontraproduktiv seien, dann kann die Lösung nur heißen: Zertifikatehandel abschaffen und umso mehr alternative Energien fördern.
Sinn erscheint hier als reiner Dampfplauderer der den ewig Gestrigen wohlfeile Argumente an die Hand schreibt, warum bloß nichts zu ändern und Grüne Politik grundsätzlich wirtschaftlich naiv sei.
Aber Sinn hat zum Finanzrettungspaket der Koalition ja auch nur zu bemerken gehabt, das kein Vorstandsvorsitzender für seine Bank Hilfe beantragen werde, weil keiner der Herren bereit sei, Einkommenseinbußen hinzunehmen. Schwupps, schon hatte gestern die BayernLB Hilfe beantragt. Auf die wirkliche Problematik des Hilfsfonds, dass der Bund den Banken die faulen Kredite abkauft, statt gegen Hilfe Mitbestimmung im umfassenden Sinne zu fordern, wie es überall sonst geschieht (sogar in den Kapitalismushochburgen USA und UK), ist der Superökonom Sinn natürlich lieber nicht eingegangen. Hoffen kann man nur, dass ihm dies einfach nur nicht bewusst gewesen ist, ebenso wie die ökonomische Unlogik eines nicht etablierten Zertifikathandels, alles andere wäre ja schon fast eine Verschwörungstheorie…
Das Ende des Konjunktivs
Babys ist es egal ob man etwas essen könnte. Babys haben Hunger. Da zählt nur Essen oder nicht Essen. Von der Möglichkeit zu Essen wird kein Baby satt, nur vom Essen selbst.
Das ist meine erste große Erkenntnis als frischgebackener Vater. Klingt unglaublich banal ist aber genau das Gegenteil der Schulzeit udn des Studiums. Da lebt man von Möglichkeiten, von Ideen ud Perspektiven. Ein Baby aber lebt von Nahrung. Ein Student natürlich auch, aber von mir selber weiß cih, wie sehr einen Zukunftspläne, Ideen, Vorstellungen auf Trab halten können. So einem kleine Kerlchen hingegen ist das völlig schnuppe.
Hauptsache, Essen, Schlaf und Temperatur stimen genau jetzt, dann bin ich genau jetzt zufrieden. Es geht also doch: Schwarz oder Weiß, das Ende aller Grautöne, die Rückbesinnung auf das wirklich Wesentliche oder auch einfach pure Bedürfnisbefriedigung, hauptsache es GESCHIEHT!
Und auch wenn das Leben als erwachsener Berufstätiger ungeich vielschichtiger ist als das Leben eines Neugeborenen, so ist meine grundsätzliche Erkenntnis dennoch: Was letzten Endes wirklich zählt sind zwei Dinge: das Ergebnis und der Moment.
Beides kann in unendlichen Schattierungen auftreten, aber ein Ergebnis, das hätte sein können bleibt letztlich irrelevant, weil man es nicht erreicht, hat, nicht gelebt hat, nicht für einen Moment zur Existenz gebracht hat und es deswegen keinen Platz im eigenen Leben bekommen hat – bis jetzt.
Ändern lässt sich sowas dauernd, aber nur, wenn man es tut!