08.27.08
Wenn die Wäscheleine spricht
Stell Dir vor, Du hängst Wäsche auf, und statt den üblichen dunklen oder weißen Farben, den schicken Hemden, grauen ud schwarzen Socken hängen überall bunte Oberteile mit Tierapplikationen, Ringelsöckchen, quietschfröhliche Strumpfhosen, und lustige Mützchen.
Als den Anblick heute gesehen habe ist mir so klar wie noch nie geworden, dass ich bald Vater werde, dass sich mein Leben ändert und dass es saucool ist
Kein Buch, kein Foto, keine Besuche von Eltern mit Kindern haben mir das so klar gemacht, wie meine Wäscheleine.
Aber ich glaube, wirkliche Sorgen werde ich mir erst machen, wenn die Klobrille anfängt, zu mir zu sprechen.
08.09.08
…und DANKE! für den Fisch
So, die Pause war lang! Das soll sich künftig wieder ändern. Versprochen! Aber immerhin werde ich ja auch Vater
Und da gibt es ganz schön viel zu tun. Dazu aber ein ander Mal.
Heute soll es um ganz anderes Thema gehen: den Fisch.
Zumindest den im Supermarkt. Da gibt es leckere Sorten: Pangasius aus dem Indischen Ozean, besonderen Kabeljau aus dem Kaspischen Meer, Lachs aus dem Südpazifik, Thunfischsteaks irgendwo aus der Region zwischen Vanuatu und Kiribati und – moment mal!
Hering? Kabeljau aus der Nordsee? Einen Klipper? Irgendwelche normalen europäischen Fische, die nicht aus Aqua-Kulturen sind?
Nix da! Gibt’s nicht – oder fast nicht. Und warum? Weil die etwa stinken, zu gewöhnlich sind oder nicht zu den aktuellen Rezeptideen von Johann Lafer passen? Nein! Selbst im Fürther Marktkauf, sicher nicht die erste Adresse für Schnösel-Singles entbietet die Kühltheke das gleiche Bild: exotische Fülle, heimische Leere und die Regenbogenforelle ist doppelt so teuer wie irgendein Weißfisch aus dem Westatlantik.
Die brutale Realität ist: der Fisch ist weg. Gegessen, Leergefischt. Totverfüttert. Zugedüngt. Wegvergiftet.
Leider kein Happy End, in dem Matjeses und Kabeljaus gemeinsam mit den Herings die Auswanderung genau geplant und dann heimlich in einer Kommandoaktion durchgeführt hätten, nur einen kleine Nachricht an die Menschheit zurücklassend: „Wir sind den Delphinen gefolgt!“
Leider haben wir das den Delphinen nicht gegönnt.
Was die Moral ist, weiß ich nicht, aber als ich heute Fisch kaufen wollte, bin ich ein Weilchen sehr traurig vor der Tiefkühtruhe gestanden.