07.31.07

Allein unter Briten 6 – It’s not my cup of tea!

Veröffentlicht in Allein unter Briten tagged , , um 9:42 von innertemple

Wenn hier was den eigenen Geschmack nicht wirklich trifft, dann ist das eben „not my cup of tea“. Und wenn frau sich aufbrezeln möchte, für einen Club etc., dann braucht sie „slut gear“, der Trauzeuge ist der „Best Man“ (hoffentlich) und „ungefähr“ in jeder Bedeutung wird zu -ish.

7ish zum Beispiel heißt ungefähr um 7 Uhr, oder wenn man soviel sagen möchte wie „ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns um 7 treffen können, aber es besteht die winzige, unwahrscheinliche Möglichkeit, dass ich mich ein bisschen verspäte“, dann sagt man 7 -kurze Pause – ish und dreht dabei am besten noch ein bisschen die Hand um das Ungefähre der Aussage zu unterstreichen…

English heißt aber natürlich nicht „ungefähr aus Angeln“ – obwohl, passen würde es ja…

Wie auch immer: diese Sprache mit ihren wunderbaren Metaphern, Kürzeln und Redewendungen ist tatsächlich my cup of tea geworden.

Hier noch ein paar Kleinigkeiten aus dem Arbeitsalltag:

„Just kidnap me, will you“, wenn man jemand sehr Beschäftigten kurz treffen möchte und sich ungeachtet seiner Arbeitsbelastung ins Büro drängen soll.

„Drop me a line“ für bitte eine kurze Nachricht /Email schicken

07.25.07

Heimaturlaub – Katie Melua in Dresden

Veröffentlicht in My Life um 12:23 von innertemple

Zur Abwechsung mal was aus Deutschland.

Am Samstag war Katie Melua in Dresden. Ich auch. Als wir zum Konzertgelände kamen war dort erstmal eine Schlange wie ich sie bei Konzerten noch nicht erlebt habe. Als wir endlich drinnen waren spielte schon die Vorgruppe. Die war ganz nett, aber sonst auch nichtssagend.

Ganz anders der Star des Abends. Sowas habe ich noch bei keinem Konzert erlebt. Bis auf das erste Lied war sie durchwegs noch besser als auf CD. Eine ungaublich klare, trompetenhafte Livestimme, so durchdringend, dass sie fast noch neben der Verstärkung direkt von der Bühne zu hören war. Und ihre Stimmmodulationen waren wirklich ganz großes Kino. Außerdem waren die Live-Arrangements so abwechslungsreich und anders als die Konservenversionen dass sich die knapp 50 Euro pro Karte wirklich gelohnt haben.

Und als dann auch noch während des Konzerts hinter der Altstadtkulisse mit Frauenkirche und Brühlscher Terrasse ein Feuerwerk losging, war der Zauber perfekt.

Sowohl mit Band als auch gelegentlich ganz allein nur mit ihrer Gitarre hat mich die kleine Georgierin unendlich in ihren Bann geschlagen. Und auch die unglaubliche Menge an Zaungästen auf der Carolabrücke schien immer weiter zu wachsen.

zum Abschluss noch mein absoluter Liebling:

The Spiders Web:

als live-Version
im französischen Fernsehen

und der Text:
If a black man is racist, is it okay
If it’s the white man’s racism that made him that way
Cause the bully’s the victim they say
By some sense they’re all the same
Cause the line between
Wrong and right
Is the width of a thread
From a spider’s web
The piano keys are black and white
But they sound like a million colours in your mind

I could tell you to go to war
Or I could march for peace and fighting no more
How do I know which is right
And I hope he does when he sends you to fight
Cause the line between wrong and right
Is the width of a thread from a spider’s web
The piano keys are black and white
But they sound like a million colours in your mind
Should we act on a blame
Or should we chase the moments away

Should we live
Should we give
Remember forever the guns and the feathers in time
Cause the line between wrong and right
Is the width of a thread from a spider’s web
The piano keys are black and white
But they sound like a million colours in your mind

The piano keys are black and white
But they sound like a million colours in your mind
But they sound like a million colours in your mind

und mein neues Lieblingszitat noch dazu: feeling 22, acting 17. Wo ist da der Unterschied frage ich (33) mich ;-)

07.10.07

Allein unter Briten 5 – They like Opera

Veröffentlicht in Allein unter Briten tagged , , um 12:30 von innertemple

Ich weiß gar nicht, ob das in Deutschland in den Medien so richtig ankam, aber neulich gab es hier auch sowas wie DSDS: Britain’s got talent. Sehr witzig und abwechslungsreich, man kann eigentlich alles machen, singen, tanzen, zaubern, etc.

Gewonnen hat ein unscheinbarer Waliser namens Paul Potts. Der Gute hat die Jury bei seinem ersten Auftritt ganz schön durchgemischt, hier zum selber gucken:

Paul Potts

Besonders gut gefallen mir die Blicke der Jury, wenn er sagt, dass er „Opera“ singen will ;-)

Bei allem Talent aber ist klar, ein bisschen üben muss er noch, bis er richtig gut wird. Zum Vergleich die Spitzenklasse:

Die drei Tenöre

Allerdings kann man es auch ziemlich weit bringen, wenn man den Zuhörern im wesentlichen ins Gesicht schreit:

Sarah Brightman

oder es zumindest versucht:

Metallica

Und zum Abschluss eine richtig, richtig gute Version, gesungen von einem Helden statt einem Sänger, schließlich geht es hier ja um eine Oper und nicht um Gesangswettbewerbe. Also, Vorhang auf für Mario del Monaco als Kalaf in Puccinis Turandot:

Mario del Monaco

Okay, das hatte mit den Briten jetzt nur begrenzt zu tun, ich hoffe, Spaß macht es trotzdem ;-)

07.02.07

Allein unter Briten 4 – Icecubes

Veröffentlicht in Allein unter Briten tagged , , um 10:06 von innertemple

Die Briten können feiern. Außerdem verkleiden sie sich gerne. Und oft kommt beides zusammen… Zum Beispiel war neulich am Institut große Pirate-Party. Eine Woche lang bastelt da eine Horde verrückt gewordener Dozenten und Doktoranden eine Flotte aus Pappschiffen zum Umhängen, so früh und so zahlreiche wurden sonst kaum Leute bei der Arbeit gesehen, weder Geld noch Mühen wurden gescheut und natürlich haben sich einige noch die richtigen Admiralitätskostüme geliehen (denn manche Engländer gehen eben lieber als Engländer denn als Johnny Depp Epigone…).

Die Flotte bekommt auf der Party dann natürlich Standing Ovations, dafür stehen die Schiffe nach 30min in der Ecke, Tanzen ist ohne eben einfacher!

Ein Kollegin war dann wohl von ein paar Undergraduates schnell angenervt und hat demjenigen ein Freigetränk versprochen, der einem der Mädels einen Eiswürfel in den Ausschnitt praktiziert. Super, dachte ich mir da zuerst, und hab mir gleich einen Eiswürfel geholt.

Als ich die drei Mädels dann aber fast allein auf der Tanzfläche sah, fand ich es doof, sie auch noch zu ärgern, weil sie mit die ersten waren, die sich auf die Tanzfläche trauten. Also hab ich’s gelassen.

Das Unglaubliche passierte aber später. Die Hübscheste von ihnen sprach mich plötzlich an: „Ich habe gehört, Du wolltest einen Eiswürfel in meinen Ausschnitt stecken!?“

„Ähh, ja, das stimmt“, antwortete ich. „Willst Du gerne einen dort haben?“

„Klar!“

„Moment, ich hol einen…“

An der Bar bekam ich dann drei Stück, ließ das Mädel ihren Lieblingswürfel aussuchen und hab ihn dann natürlich in ihren Ausschnitt praktiziert. Auf meinen Einwand, das jetzt immer noch zwei übrig wären, wollte sie aber nicht weiter eingehen…